Schon mal dich selbst evakuiert? Nein? Dann hier mein kleiner Erlebnisbericht.
Nur wenige Tage ist es her, dass ich an einem schönen Mittwoch, meinem unifreien Tag, einen schönen Ausflug in die Konsumwelt meiner Stadt gemacht habe und mich anschließend auf den Nachhauseweg gemacht habe. Nichtsahnend, müde und voller Vorhaben den Abend mit der Vorbereitung auf das baldige Referat zu verbringen.
Denn obwohl unifrei heißt, dass ich an dem Tag keine verpflichtenden Veranstaltungen im Unigebäude besuchen muss, heißt das nicht automatisch, dass es nichts zu tun gäbe.
Wie gesagt, ahnungslos trappelte ich von der Bushaltestelle in meine Wohnung und traf dort meine zur Zeit zwei einzigen männlichen Mitbewohner in der Küche. Brütendwarm bekam ich erzählt, dass ich in etwa zwei Stunden aus meiner Wohnung verschwunden sein sollte. "Äh...wie bitte? Wieso'n das? Meint ihr das ernst?" Die Erklärung lautete "Evakuierung! Bombe!" oder besser: "Bombenentschärfung."
Meine Ungläubigkeit beruhte wohl darauf, dass ich sowas noch nie mitgemacht habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich auch noch nicht, dass die Stadt scheinbar schon Profi in dieser Disziplin ist. War wohl nicht die erste Bombe, die sich in den unergründlichen Tiefen der Stadt, lange Jahre auf seltsame Weise unentdeckt blieb.
Nagut. Ich saß also in meinem Zimmer. Ein wenig planlos. Denn wann schon habe ich mir einen Plan für Bombenentschäfrungsfälle gemacht? Lernen wollte ich. Das geht nun mal auch in der Uni gut. Also naheliegend: Mich selbst in die Uni evakuieren. Schön. Das hat auch geklappt. Nur leider die Bombenentschärfung klappte nicht. Jedenfalls nicht nach Zeitplan. Und so saß ich da und wartete auf den Knall der nicht kam. Eigentlich kein Wunder: Denn wenn man am frühen Morgen beschließt am Abend des gleichen Tages etwa 10 000 Menschen zu evakuieren, kann man vielleicht davon ausgehen, dass nicht alle wissen was los ist. Demzufolge dauert eine Evakuierung schon mal länger.
Problem: Die Uni hat auch nicht ewig offen. Lösung: An die Bushaltestelle stellen und mich von dem Bus in die Evakuierungsschule fahren lassen. Dieser Plan funktionierte ganz gut und ich traf sogar auf zwei meiner weiblichen WG Mitbwohnerinnen. Das einzig verwunderliche: "Warum bitteschön fährt ein Bus, der mich evakuieren soll, mitten durch das Gebiet das Evakuiert worden ist dorthin??? Soll das für den extra Nervenkitzel sorgen oder was?".
Also zu dritt ließ sich der Aufenthalt, zusammen mit den Bockwürstchen und dem Kakao von der DRK wesentlich besser aushalten. Bis es dann schließliche um kurz vor ein Uhr nachts hieß: "Bombe gesprengt. Busse kommen. Und mein Bett wartet auf mich. Und ich auf mein Bett."
Am nächsten Tag habe ich übrigens prompt verschlafen. Ich habe meinen Wecker einfach nicht gehört. Passiert glücklicherweise nur selten und ich konnte meine Verschlafenszeit noch aufholen und rechtzeitig zur Uni kommen. Danke übrigens an dieser Stelle an meine Mama, die mir rechtzeitig morgens früh eine SMS schrieb und mich damit endgültig weckte und erinnerte wie spät es eigentlich ist.
Soweit also mein Erlebnis der besonderen Art.
Achja. ich spiele in der Uni jetzt auch "Wer wird Millionär". Kein Witz. In einer Vorlesungen werden so kleine Fernbedienungen ausgeteilt, mit denen wir über Fragen abstimmen dürfen. Zum Beispiel, wenn man wissen möchte, ob wir alles richtig verstanden haben. Oder was wir über bestimmte Sachen denken. Die Frage mit der echten Millionen bekommen wir da wohl nicht gestellt, aber man immerhin noch ein bisschen was anderes in der Vorlesung zu tun als dasitzen und zuhören.
3 Kommentare:
Oh man das hatte ich in Kleve auch schon mal... ABer meine Wohnung lag zum Glück im Äußeren Kreis und so musste ich nicht raus aus der Wohnung. Sondern andersherum ich durrfte nicht raus... Aber das war nicht sicher denn kein Mensch wusste bis wo die 2 Zone (also meine) ging. So bin ich einfach drin geblieben.... wollte eh gerade nirgendwo hin =)
LG und bis nächste Woche!
Judith
Das war bestimmt ne Bombenstimmung in der Schule oder?
das mit dem "wer-wird-millionär-spiel" in der uni hört sich ja echt super an!
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